Grenzgänger (gebundenes Buch)

ISBN/EAN: 9783825151799
Sprache: Deutsch
Umfang: 493 S.
Format (T/L/B): 3.5 x 21 x 15 cm
Lesealter: Lesealter: 14-99 J.
Einband: gebundenes Buch
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In diesem Buch verdichtet Aline Sax drei Schicksale einer Berliner Familie zu Chiffren der deutsch-deutschen Geschichte. Das Leben dieser Menschen wäre ganz anders verlaufen, wenn Berlin nicht gewaltsam geteilt worden wäre - durch eine Mauer, die ihnen nicht nur die Freiheit, sondern auch ihr Glück geraubt hat. - Eine 'Familien-Saga' der anderen Art.
Aline Sax, geboren 1984 in Antwerpen, veröffentlichte bereits mit 15 Jahren ihr erstes Buch. Mit ihrem Jugendbuch Eine Welt dazwischen erlangte sie internationale Bekanntheit und gewann mehrere Preise. Immer wieder widmet sich die promovierte Historikerin auch geschichtlichen Themen, die sie auf lebendige und packende Weise Kindern und Jugendlichen nahezubringen vermag. Wenn sie sich nicht als Schriftstellerin betätigt, arbeitet sie für die historische Bildungseinrichtung Gedächtnis- Kollektiv und an der Universität Gent.
Florian hielt mir das Blatt aufgefaltet hin. An alle Genossen, die an eine BESSERE Zukunft glauben!, lautete die Überschrift. Ich runzelte die Stirn. 'Was hast du damit vor?' 'Verteilen. Überall. In der ganzen Uni!' Florian sah mich begeistert an. 'Dann sind wir wie Hans und Sophie Scholl!' Florian verglich unseren Leseklub gern mit der Weißen Rose. Mir gefiel dieser Gedanke. Aber eine Widerstandsgruppe konnte man unseren Klub wahrhaftig nicht nennen. Wir lasen verbotene Bücher. Wir sprachen frei und offen. Wir hörten Schallplatten aus dem Westen. Aber wir hatten noch nie etwas Konkretes unternommen. Florians Augen leuchteten noch immer. Er erwartete, dass ich mich von seiner Begeisterung mitreißen ließ. Aber ich trat einen Schritt zurück. Wenn das die Stasi. 'Hans und Sophie Scholl wurden verhaftet, als sie ihre Flugblätter austeilten!' Es klang schroffer als beabsichtigt. Florian maß mich mit einem langen Blick. 'Meinst du etwa, wir können etwas verändern, indem wir reden? Immer nur reden? Aber nichts tun?' Er sprach leise, doch die letzten Worte klangen wie ein Peitschenhieb.