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New York Paintings

Mit einer Einführung von Gisela Clement und Michael Schneider, einem Essay von Stephan Berg, einem Gespräch mit John Zinsser von Peter Lodermeyer, zahlreichen Abbildungen und 24 Tafeln., Dt/engl

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783938803462
Sprache: Deutsch
Umfang: 102 S., zahlreiche Abbildungen und 22 Tafeln, Gest
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

'Diese Malerei verführt auf eine außerordentlich sinnliche Art und Weise dazu, sich auf sie einzulassen. Aber nicht bedingungs- oder besinnungslos. Hier geht es nicht um eine bildnerische Überwältigung, die vom Betrachter einen Akt der Hingabe oder Unterwerfung verlangt, sondern um ein Angebot, in einen Dialog einzutreten. In ein Gespräch, das davon handelt, wie sich aus der Tradition der amerikanischen Nachkriegsabstraktion und insbesondere des amerikanischen Abstrakten Expressionismus Bilder erzeugen lassen, die durchscheinen lassen, woher sie kommen, und zugleich doch auch deutlich machen, was sie von dieser Tradition unterscheidet.' Stephan Berg John Zinsser wurde 1961 in New York geboren und studierte in Yale Kunstgeschichte. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, darunter Sammlung Goetz, München, The Mint Museum, Charlotte, USA, The Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartfort, USA. 'Das ist ein wunderbarer Widerspruch. Malerei ist alles, was man selbst ist - und steht doch völlig für sich.' John Zinsser im Gespräch mit Peter Lodermeyer

Leseprobe

John Zinsser lebt Kunst. Er ist immer informiert über alle Ausstellungen in New York. Bei den meisten Vernissagen trifft man ihn. Die neuesten Entwicklungen sind ihm vertraut. Aber er kennt auch die Geschichte und insbesondere die Heroen des post-war American painting. John verbindet Historisches und Aktuelles. Das gilt auch für seine Art, die Medien zu nutzen. Er ist stets mit einem großformatigen Heft unterwegs, in das er zeichnet und Gedanken, Stichworte, Namen und Adressen notiert - klassisch, wie früher. Im Atelier beschreibt er große Karten und versieht sie mit Materialproben, dokumentiert den Entstehungsprozeß eines Bildes - von der Idee bis zum fertigen Kunstwerk. Ständiger Begleiter ist aber auch sein Handy, mit dem er ununterbrochen fotografiert. Die Fotos stellt er bei Facebook ein. In der Chronik auf seiner Facebook-Seite dokumentiert er seine Ausstellungsbesuche, stellt die Werke anderer Künstler vor, kommentiert sie und nimmt die Kommentare anderer User entgegen. Ereignisse aus Johns Leben werden vermerkt, profane Dinge - wie der Stadionbesuch zum Eishockey-Match - ebenso wie die Reisen zu eigenen Ausstellungen um die ganze Welt. John sucht die Auseinandersetzung, sie ist ihm wichtig. Er will sich mit dem konfrontieren, was sein Umfeld meint. Er teilt seine Ansichten mit Menschen überall in der Welt, aus den verschiedensten Regionen und quer durch die Generationen. Der Austausch mit ihm macht Spaß, ist aber auch fordernd - im Sinne einer Aufforderung, sich mit ihm auszutauschen. Wer John beobachtet, könnte den Eindruck gewinnen, seine Medien seien nebender Malerei die Schriftstellerei und die Fotografie. Doch dann geht John Zinsser ins Atelier. Was er dort umsetzt, in der Abgeschiedenheit seines Wirkungsraums, bleibt als innere, persönliche und tiefste Reaktion auf die Eindrücke aus der Kommunikation mit seiner Umwelt sehr individuell. Die Schaffens-, Entscheidungs- undSchöpfungsprozesse der Malerei sind "unteilbar" - erst die malerischen Ergebnisse wieder treten ins Licht.Sie faszinieren, weil er das Farbmaterial mit der Geste verbindet. Er glaubt an die Geste, benutzt, zitiert und ironisiert sie gleichzeitig. Seine Arbeiten sind Ausdruck der unbändigen Energie, die ihn antreibt. Zurückhaltend und bescheiden, postet er seine Werke nicht. Die Aufgabe, seine Gemälde vorzustellen, bleibt uns überlassen, und wir kommen ihr sehr gerne nach - ganz in seinem Sinne: Im klassischen Medium der Ausstellung mit Katalogbuch ebenso wie im Internet bei facebook und auf www.kunstgaleriebonn.de. (Gisela Clement und Michael Schneider)